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Klavierbau und Musikfachhandel trafen sich in Braunschweig zum Branchentreff
Braunschweig stand für zwei Tage im Fokus des deutschen Klavierbaus und des Musikfachhandels: Vom 12. bis 15. Mai trafen sich über 170 Klavierbauer, Musikfachhändler, Instrumentenhersteller und andere Repräsentanten der Musikwirtschaft in Braunschweig, um über aktuelle Probleme der Branche zu diskutieren. Höhepunkt war am 14. Mai der Festakt "300 Jahre Klavierbau in Braunschweig". Gemeint waren die zwei Geburtstage der renommierten Braunschweiger Klavierhersteller: 175 Jahre Grotrian-Steinweg und 125 Jahre Schimmel.

Das Foto zeigt die Vorsitzenden der Verbände, die im Dachverband DVMV organisiert sind mit den Diskutanten (v.li.): Ulrich Sauter (Vors. BDK), Gerhard Meinl (Vors. BDMH), Christian Höppner (Generalsek. Deutscher Musikrat), Burkhard Stein (Vors. BVK), Thomas M. Stein und Arthur Knopp (Präs. GDM und Vors. DVMV)
BDK-Geschäftsführer Dr. Heinz Stroh bezeichnete die deutschen Klavierbauer als führend auf dem Weltmarkt, weil das hohe Niveau der deutschen Handwerkskunst in kaum einem anderen Land erreicht werde. Aber auch der deutsche Musikfachhandel sei Weltspitze, da die deutschen Musikfachhändler den aktiv Musizierenden eine große Vielfalt an Instrumenten und Noten, wie sie es sonst rund um den Erdball kaum gebe, präsentierten.
Das gemeinsame Treffen von Klavierbauern und Musikfachhändlern sowie der deutschen Musikinstrumentenindustrie fand bereits zum zweiten Male statt. Schon 2008 gab es anlässlich des 50-jährigen BDK-Jubiläums eine gemeinsame Veranstaltung, bei der die Verbände der Musikinstrumentenbranche ihre Jahrestagungen zusammengelegt hatten. Die BDK-Tagung in Braunschweig wartete erneut mit einer Fülle von Veranstaltungen und Seminaren auf. So gab es Kurse zu Themen wie Mechanikeinbau bei Flügeln, Klangbildveränderungen durch die Intonation bei einem Flügel, sowie auch Tricks und Kniffe für den Cembalo-Service. Neben diesen fachlichen Themen wurden auf dem Treffen aber auch soziale Netzwerke und Kommunikationsplattformen im Internet vorgestellt, zwei Referenten befassten sich mit Fragen rund um das Verkaufen von Instrumenten und wie bei keiner BDK-Tagung durfte eine Sitzung des Werkzeugausschusses nicht fehlen.
Interessante konträre Positionen gab es bei einer Diskussion mit dem Musik-Manager, und Juror der TV-Casting-Shows „Deutschland sucht den Superstar“ und "Popstars“, Thomas M. Stein, und dem Generalsekretär des Deutschen Musikrates, Christian Höppner. Inwieweit nutzen TV-Talenshows und Konsolenspiele der Branche und erschließen sogar neue Zielgruppen? Ist das positiv für das aktive Musizieren? Darüber diskutierten die beiden Medienvertreter angeregt mit den Teilnehmern des Branchentreffs.
Auf der Generalversammlung des BDK standen u.a. die jährlich stattfindenden (Teil-)Wahlen des Vorstandes an. Matthias Kunze, langjähriger Schatzmeister des BDK, stellte sich nicht der Wiederwahl. In einer launigen Laudatio würdigte der stellvertretende BDK-Vorsitzende Matthias König die Verdienste von Matthias Kunze um den BDK. Zum neuen Schatzmeister des Verbandes wurde Gunther Schaible gewählt. Weiterhin wurde Tobias Gaiser wieder gewählt. Neu in den Vorstand kam Korbinian Rapp.
Umrahmt war das Klavierbauertreffen u.a. mit einer Fahrt nach Wolfsburg zum Wissenschaftsmuseum Phaeno. Höhepunkt der Tagung war dann der Festakt 300 Jahre Klavierbau in Braunschweig mit der Vergabe des vom BDK verliehenen Preises des „Goldenen Stimmhammers“. Mit diesem Ehrenpreis werden BDK-Mitglieder ausgezeichnet, die sich in besonderem Maße um das Ansehen, den Erfolg oder die Weiterentwicklung des Berufsstandes verdient gemacht haben. Nach Emil Olbrich und Paul Stöckle, die den Preis 2008 bzw. 2009 erhielten, übergab BDK-Vorsitzender Ulrich Sauter den „Goldenen Stimmhammer 2010“ an Nikolaus Schimmel. In seiner Laudatio würdigte Ulrich Sauter die Aktivitäten von Nikolaus Schimmel für den deutschen Klavierbau und bezeichnete ihn als „heimlichen Außenminister“ des BDK.
Der Festakt endete mit einem Physik-Konzert, bei dem Prof. Dr. Wolfgang Zill und Dr. Klaus Wogramm informativ die physikalischen Vorgänge rund um das Klavierspiel vorstellten.


